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TU Berlin

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F+E Projekt: Konzepte für eine nachhaltige Nutzung dezentraler Versickerungsanlagen (KONVERt)

Lupe

Die dezentrale Versickerung von Niederschlagsabfluss bietet gegenüber konventionellen Methoden der Regenwasserbewirtschaftung eine Vielzahl an ökologischen und ökonomischen Vorteilen. Während die technische Ausführung von dezentralen Versickerungsmulden bei ihrem Neubau klar geregelt ist, gibt es wenig systematische Erkenntnisse bezüglich der Funktionserfüllung von langjährig betriebenen Anlagen. Unsicherheiten betreffen vor allem die Dauer einer effektiven Schadstoffretention in Versickerungsmulden. Deshalb werden für die wasserrechtliche Erlaubnis von dezentralen Anlagen hohe Sicherheitsaufschläge bezüglich der Betriebsdauer angesetzt, was den ökonomischen Vorteil dezentraler Regenwasserbewirtschaftung gegenüber konventioneller Bewirtschaftung deutlich schmälert.

Innerhalb des Projekts KONVERt werden vier langjährig (15-20 Jahre) betriebene Versickerungsmulden hinsichtlich ihres Austragsrisikos für Schwermetalle untersucht. Fokus der Untersuchung bildet eine eventgesteuerte Beprobung von Sickerwasser, um die mobile Fraktion von Schwermetallen im Muldensubstrat qualitativ abzuschätzen. Um die jahreszeitliche Dynamik der Schwermetallmobilisierung zu berücksichtigen, wird die gesamte Messung über min. ein Jahr ausgeführt. Gleichzeitig werden die meteorologischen Randbedingungen für jede Mulde über den gesamten Zeitraum aufgezeichnet und um eine detaillierte Aufnahme des Ist-Zustands (räumliche aufgelöster Absolutgehalt an Schwermetallen, Sorptionsparameter) zu Beginn der Messperiode ergänzt. Die Daten werden für eine nachgeschaltete bodenhydrologische und -chemische Simulation genutzt. Dadurch kann das langfristige Gefährdungspotential für einen Schwermetallaustrag aus Versickerungsmulden prognostiziert werden. Des Weiteren wird mittels szenarienbasierter Modellierung die Leistungsfähigkeit von Versickerungsmulden unter verschiedenen Entwicklungen (Instandhaltungs- und Erneuerungszyklen) abgeschätzt.

Schlussendlich bildet die Synthese aus gemessenen und modellierten Ergebnissen die Grundlage, um Empfehlungen für die Praxis auszusprechen. Dabei wird zusätzlich auf Ergebnisse aus dem Vorgängerprojekt LEIREV zurückgegriffen und gemeinsam mit Erkenntnisse aus diesem Projekt in ein „Handbuch der Regenwasserbewirtschaftung NRW“ übertragen. Mit dieser Broschüre wird Behörden, Betreiber und Planer der aktuelle Wissenstand bezüglich Regenwasserversickerung zur Verfügung gestellt, um eine nachhaltige Nutzung von dezentralen Versickerungsanlagen zu gewährleisten.

 

Projektleitung:

Projektbearbeitung:

Finanzierung:

  • Förderprogramm RESA "Ressourceneffiziente Abwasserbeseitigung NRW, Förderprogramm 6", LANUV NRW

Laufzeit:

  • 11/2017-04/2020

Dieses Projekt erfolgt in Kollaboration mit:

Referenzen:

  • Reck, A., Paton, E., Kuge, B. 2019: Advanced in-situ soil water sampling system for monitoring solute fluxes in the vadose zone. Vadose Zone Journal. doi: 10.2136/vzj2019.01.0008
  • Kluge, B., Markert, A., Facklam, M., Sommer, H., Pallasch, M., Wessolek, G. 2016. Metal accumulation and hydraulic performance of bioretention systems after long-term operation. Journal of Soil and Sediments, 1-11. doi:10.1007/s11368-016-1533-z
  • Vorgängerprojekt LEIREV

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